“Shadows”.

Das 4. Semester ist vorbei, die Noten stehen fest – also kann ich euch nun wie versprochen mein Semestermodell zeigen:
Overall.

Overall.

Regenjacke.

Regenjacke.

Bei dem Thema „Shadows“ hat sich mir natürlich zuerst die Frage gestellt, was Schatten überhaupt sind. Wie sieht ein Schatten aus, wie kann er sich verändern, was hat er für Eigenschaften?

– Ein Schatten umgibt uns ständig, er ist unser täglicher Begleiter. Er ist uns vertraut und gehört zu uns. Er ist ein Teil von uns, genauso, wie die Kleidung, die wir jeden Tag tragen.
- Er bietet Schutz und Versteckmöglichkeiten, er gibt Geborgenheit.
- Er ist in seiner Form variabel, mal erscheint er größer, mal kleiner, länger oder kürzer. Diese Eigenschaft, nämlich die Form verändern zu können, habe ich auch in mein Modell eingebracht.
- Ein Schatten kann sowohl verschwommene als auch scharfe Umrisslinien erzeugen, auch diese Eigenschaft findet sich in meinem Modell wieder: harter, glatter Polyesterstoff gegen weichen, wolligen Jersey.
- Meine Recherchen, welche Gegenstände die interessantesten Schatten werfen, haben mich in den Bereich der Natur geführt – nichts anderes erschafft einen vergleichbaren Kontrast zwischen groß und klein, hart und weich und derb und zart.

Da wir die Vorgaben hatten, für die Hülle Polyesterstoffe und für das Unterteil Jersey zu benutzen, war mir sehr schnell klar, dass ich erstens etwas in Richtung funktionelle Regenkleidung und zweitens einen heimeligen, bequemen Overall entwerfen möchte.
Die ersten Entwürfe der Hülle gingen in Richtung Cape, was mir dann sehr schnell jedoch wegen meiner geplanten Funktionalität zu verspielt vorkam, so dass ich mich dann für die Idee einer variablen Regenjacke entschieden habe.
Der Overall sollte hauptsächlich angenehm zu tragen sein, nicht zu weit, nicht zu eng, und die Idee des Schutz und Versteckens aufgreifen.

Um die Funktionalität und Wetterbeständigkeit der Regenjacke zu verstärken, wurde diese komplett an der Schweißmaschine verarbeitet. Die Maschine bietet verschiedene Verarbeitungs- und Einstellungsmöglichkeiten an, mit denen ich mich gründlich auseinandergesetzt habe, um mein Modell bestmöglich umsetzen zu können.
An einigen Stellen musste ich meinen Entwurf und später auch den Schnitt abändern, da mir durch die Schweißmaschine Grenzen gesetzt waren, die mit einer Nähmaschine nicht existiert hätten. Rundungen wie z.B. die Ärmel-Einsatznaht oder die Kapuze waren das größte Problem, was ich jedoch lösen konnte.

Das Endmodell sieht nun wie folgt aus:

Die REGENJACKE besteht aus anthrazitfarbenem, gummierten Polyesterstoff und ist dank der geschweißten Nähte wasser- und winddicht. Sie bietet Schutz – genau wie ein Schatten.
Die Tunnelzüge an Kapuze, Ärmeln, Taille und Saum geben der Jacke den wandelbaren Charakter des Schattens. Der Grundschnitt ist eine A-Silhouette, die sich jedoch je nach Raffung in ein X, ein O und auch ein gemischtes X-O verwandeln lässt.

Der OVERALL besteht aus dunkelgrauem, dicken Jersey. Er besitzt einen hohen Kragen, leicht „angepuffte“ Schultern und überlange Ärmel mit einem zarten Schattenprint am unteren Ende. Auch die Hosenbeine sind länger als gewohnt und enden in einem Hosenumschlag.
Die Überlänge ist eine Anlehnung an die Eigenschaft des Schattens, normale Proportionen eines Gegenstandes bis zur Unkenntlichkeit zu verzerren.
Verschlossen wird der Overall von innen mit einer seitlich gelegenen Druckknopfleiste, die sich vom Kragen bis zur tiefergesetzten Hüftnaht zieht.

(Die Fotos sind von der Modenschau, fotografiert von Chris Radtke.)

7 Kommentare zu ““Shadows”.

  1. @ Isi: Die Jacke hat auch am meisten Arbeit und Schweiß gekostet.
    Freut mich, dass sie dir gefällt. :)

    @ Flo: Das war ja wieder so klar… ABER, mein Guter, DAS ist dunkelblau! :P

    @ Anna: Den Gedanken, dass man eventuell das Falsche studiert, kennt ja wohl jeder Student. :)

  2. Super, nici! :-) Die Regenjacke find ich genial, würd ich sofort anziehn! Der Overall hat aber auch was!

    Hast du gut gemacht!

    Lg, Evelyn!

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